1. "Urban Exploring"
Lukas war Teil einer internationalen Bewegung, die sich "Urban Exporer" nennt. Er liebte es, in leerstehende Bürogebäude und Kasernen einzudringen, die geisterhafte Stille zu genießen und den morbiden Verfall zu fotografieren. Dabei hielt Lukas sich (fast immer) an die allgemein gültigen Explorer-Regeln: Nichts beschädigen, nichts verändern und nichts mitnehmen. Oft ärgerte er sich über andere Jugendliche, die die leerstehenden Gebäude verschandelten oder dort Party feierten. Oft traf er unerwartet dort auf zwielichtige Gestalten, die dort hausten. Und stets ärgerte er sich, wenn das Geisterhaus vom Abriss bedroht war und schimpfte über die in den Startlöchern stehenden Investoren. Warum könne man diese Bauten mit ihrem morbiden Charme nicht einfach so lassen wie sie sind, fragte er sich oft. Daß Urban Exploring eigentlich nur funktionierte, wenn man fortgesetzten Hausfriedensbruch begehe, war ihm egal. So manches Mal musste sein Vater ihm aus der Klemme helfen, wenn er von Sicherheitspersonal oder Polizei aufgegriffen wurde. Aber so manches Mal half er ihm auch mit der "Räuberleiter", um hineinzukommen...
Lukas Talent für Fotografie und Video zeigte sich in seiner Dokumentation über die leerstehende Oberfinanzdirektion in Frankfurt, wie man im beigefügten Youtube-Video sehen kann, das er als "UrbexerFrankfurt" produzierte. Leider blieb es nur bei diesem einen Film:
